Erst den Ball zuwerfen. Dann an der Bushaltestelle stehen und warten. Warten. Warten.
shine.on - 28. Mär, 01:05
I really like you I'm attracted to you
The way you move, the things you do
I'll probably burn in hell for saying this
But I'm really in heaven whenever we kiss
Depeche Mode - Stories of old
shine.on - 25. Mär, 23:42
"Yes, I'm happy!"
Doch die Zeit läuft hinter mir her. Sie beginnt zu rennen.
Ich will dieses Gefühl festhalten. Ich will mich an ihm festkrallen. Ich will den Schmetterlingen weiter Futter geben.
shine.on - 11. Mär, 19:42
Am Freitag klingelte die Postfrau bei mir. Ich war zu Hause, denn ich war krankgeschrieben.
Nun hielt ich in den Händen den Kalender "@bsolut privat!?" Darin steht mein Name auf der selben Seite wie der von Bertold Brecht, ein paar Seiten weiter stehen Franz Kafka und Hape Kerkeling. Wow!
Vom 6. März bis 14. September zeigt das Museum für Kommuniktaion Frankfurt die Ausstellung "@bsolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog". Ein Teil davon bin ich mit ein paar Zeilen aus meinen Ansichten eines Darkstars. Das hat doch was.
Und ich kann nicht mal meinen Eltern davon erzählen, weil sie nicht wissen, dass ich blogge, weil sie noch nicht einmal wissen, was bloggen ist.
Den Kalender nahm ich zum Anlass ein wenig in meinen Darkstar-Zeilen zu lesen. Ein Ausflug in die Vergangenheit. Mein Leben ist heute anders. Ich versuche anders zu sein? Brauche ich aber gar nicht.
Alt werde ich eh von alleine.
Aber das soll jetzt nicht das Thema sein.
Ich freu mich jetzt einfach mal!!! Bin glücklich!
shine.on - 2. Mär, 18:04
Er ist gegangen. Ich bin geblieben. War eh eine blöde Idee, mit ihm hierher zu kommen. Aber es war seine Idee.
Vor David Bowies Heroes schreibt er eine SMS und danach antworte ich ihm. Die Lieder bleiben dieselben, die Menschen ändern sich. Nach meinem ersten Gin Tonic und dem ersten Bier sage ich ihm, ich wünschte, er hätte um mich gekämpft, als ich ihm sagte, dass ich nicht weiß, wie wir unsere Beziehung wieder beziehungswert machen können. Er schreibt, der Kampf wäre doch eh aussichtslos gewesen.
I
I wish you could swim
Like the dolphins
Like dolphins can swim
Though nothing
Will keep us together
We can beat them
For ever and ever
Oh we can be Heroes
Just for one day
Ich antwortete ihm, ich wollte ein Zeichen. Eins, was mir zeigt, dass es ihm um mich ging. Neunundzwanzig rote Rosen. Dass es ihm um meine Person ging und nicht um mich als Ausfüller des fehlenden Puzzelteiles, dass sein Leben praktischerweise ergänzt und ihm in die nächste Stufe eintreten lässt. Dies alles ist sehr schwer, in eine SMS zu quetschen, wenn man im Dunkeln sitzt und Punks mit Irokesen, schwarzer Farbe im Gesicht und Skeletthandschuhen einem grazial vor der Nase herumtanzen. Es ist nicht nur schwer, sondern auch sinnlos. Doch über irgendwas mussten wir ja sprechen an diesem Abend, ich konnte ihn ja nicht nur bezirzen, dass ich glaube, er sei schwul, obwohl mich diese Idee immer mehr einnahm an diesem Abend. Alles was er sagte, wie er sich verhielt, was er tat, bog sich in mir zurecht, dass es in das Schema des verkappten Schwulen, der sich dies nicht eingestehen will, passt. Vielleicht eine alberne Idee, vielleicht aber auch eine tragische.
Dabei ist es alles ja ganz einfach. Objektiv gesehen. Manchmal passen zwei Menschen eben nicht zusammen, bilden keine liebende Einheit, versprühen nicht die Harmonie der Glückseligkeit gespeist von funkelnden Hormonen. Und es ist okay, wenn man genau dies drei Monate versucht zu werden und dann doch endlich feststellt, zugibt, ausspricht, dass dies nur ein Traum ist, ein Traum war, eine Idealvorstellung, der man nacheifert, die aber eben nicht künstlich und durch Wünschen zu erreichen ist.
Mit den Delfinen wird woanders geschwommen. Hier schwimmen wir, jeder für sich, um nicht unterzugehen.
shine.on - 24. Feb, 21:03
Sonntagmorgen, auf dem Heimweg in der Bahn.
Drei Mädels haben auf der Party am Abend den Viva-TV-Klaas gesehen. Kein Held für sie. Dafür sind sie zu alt oder zu cool. Ein anderer Vivamann - ihr Held.
"Der Markus Kavka ist geil, aber grenzwertig."
"Den hab ich auch mal gesehen. Aufm Flohmarkt am Mauerpark. Der hatte einen goldenen Beutel dabei."
"Beutel ist ja ok. So zum Einkaufen, für die Uni oder in die Bibliothek."
"Aber gold!!! Da dachte ich mir: Oh Mäusel!"
"Und dann auch noch, wenn man ein Meter zwanzig ist! Der wird doch immer von unten gefilmt, wie Stalin."
shine.on - 24. Feb, 11:54
Butterfly on a wheel... Eben die Liveversion gehört. Und schon haben sich meine ersten Stunden Internetradiohören gelohnt. Na dann The Mission, wünsche schöne Abschiedstour und ein ruhiges Rentnerdasein.
shine.on - 18. Jan, 00:05
Er mag Joy Division, les ich in seiner Mail. Ich springe darauf an und frage ihn, ob wir uns zum Kino verabreden und Control ansehen wollen. Die Internetseite, über die wir uns schreiben, dient dem Zweck, Menschen für gemeinsame Verabredungen zusammenzuführen. So ist das heute.
Ja, ich habe einen Freund und ja, ich finde es trotzdem in Ordnung, wenn ich mich mit anderen Männern treffe. Ich möchte nicht zwingend Männer, aber neue Leute kennenlernen. Dieser Satz ist so ausgelutscht. Ist aber eben so.
Ich laufe zum Lieblingsfalafelmann gegenüber des Kinos und da steht er schon. Bei Blind Dates erkennt man sich doch immer, auch ganz ohne Blume im Knopfloch und Zeitung unterm Arm. Ich spreche ihn fragend mit dem Namen an, von dem ich glaube, das es seiner ist, und stelle mich vor. Wir bestellen Schawarma, Halloumi und Bier. Nach dem wir uns mit den Flaschen in der Hand zugeprostet haben, fragt er mich, ob ich so was öfters tue. Auch diese Frage kenn ich schon. Bei Internetverabredungen muss man sich eben erst mal durch einen Fragenkatalog durcharbeiten, das gehört zum Programm. Aber das Thema langweilt mich und ich will es schnell abhandeln. Trotzdem erzähle ich, wie mich vor einigen Wochen ein Typ im Internet belästigt hat. Er hat mich sozusagen von Seite zu Seite verfolgt. Spuren hinterlassen wir wohl überall. Auch als ich ihm schrieb, dass er mir zunahe tritt, mich mit seinen Mails nervt und ich verlangte, dass er dem ein Ende setz, gab er noch nicht sofort auf. Ich redete mich in Rage und wollte der Sache nun doch ein Ende setzen, mit einem Scherz vielleicht. Aus der Situation heraus sagte ich „Aber vielleicht bist du das ja.“ Er hält sein Schawarma in der Hand, „Ja, ich bins.“ Wie reagieren in so einer Situation? Ihn in den Arm nehmen und ihn ‚kleiner Irrer’ nennen? Aufstehen, ihm den Salat ins Gesicht hauen und den Laden szenenhaft verlassen? Die Polizei rufen? Hunger hab ich keinen mehr. Ich trinke mein Bier aus und sage ihm, dass ich nun jetzt nicht mehr mit ihm ins Kino gehen werde. Er versucht nicht wirklich, sich zu erklären, erwarte ich auch nicht. Er spricht davon, dass er es eben einfach noch mal probieren wollte und das dies hier ja der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein könnte. Wunderbar scheint die Welt zu sein, in der er lebt. Ohne Grenzen, auch nicht zu der Privatsphäre anderer Menschen.
Auf dem Nachhauseweg drehe ich mich lieber einmal mehr um. Nimmt er dieselbe Bahn wie ich? Was weiß er noch über mich?
Ich lösche meinen Account und kann nur hoffen, damit auch sein unerklärliches, unbegründetes, schattenhaftes Interesse an mir zu löschen. FREAK!
shine.on - 17. Jan, 22:24
Laut muss sie sein, die Musik mit der ich mich morgens aus dem Schlaf enreißen lasse.
Einfaches Weckergetöse bringt gar nix. Da lacht sich mein Schlafzentrum eins und es fällt ihm überhaupt nicht schwer, den kläglichen Versuch, es aus der Ruhe zu bringen, zu ignorieren. Wenn ich schlaf, dann schlaf ich. So ist der Radiowecker morgens das Sprungbrett in den Tag.
Musik an, Augen auf. Ganz so, läuft es auch nicht. Einen kurzen Herzsprung muss mir das plötzliche Gedröhne schon verschaffen, damit mein Puls sich auf die Aktion Leben einpegeln kann.
Für gewöhnlich weckt mich mein Lieblingsradiosender Motor FM. Aber eine ungünstige Planetenkonstellation, die den Strömungen der Satelitten ihren Weg erschweren oder ein anderes Hinderniss dergleichen, stört zur Zeit den rauschfreien Empfang. Deswegen ist die Empfangsnadel momentan auf Fritz geparkt.
Heute morgen ergab es sich, dass ich vertraute Klänge im schwindenden Traumland empfing. The Cure war angesagt und ich schon beim Hören der ersten Klänge bereit, Robert über den Spinnenmann philosphieren zu hören. Doch irgendwas lief falsch im Tonuniversum. Nicht Robert übernahm das Mikro, sondern eine HipHopStimme ließ mich irritiert sein. Das ganze Lied über, eindeutig die Welt vom Spinnenmann und seinem Spiel, aber der Rest lief total falsch.
Ich weiß nicht, was die Musikindustrie dazu treibt, sich einfach alte, verdiente Melodien zu schnappen, nichtsagenden Nichtinhalt drüber zu bügeln und damit Geld verdienen zu wollen. Das haben unsere Ohren nicht verdient!
shine.on - 14. Jan, 22:17