Donnerstag, 11. September 2008

Mit Klötzern bauen -oder- Ihr könnt mich doch alle mal!

Keine Süßigkeiten mehr, etwas Gutes tun, keinen Sex mehr ohne Liebe. Je mehr Regeln ich mir selbst aufstelle, desto mehr Regeln breche ich. Entweder aus meiner eigenen Lust heraus, aus meinem Mangel an Disziplin nachziehend, aus meiner Faulheit resultierend oder weil ich mich einfach ohne großes Tam Tam von euch überreden lasse. Das geht dann kurz gut. Fühlt sich super an, wie wenn in der Zugabe endlich der Song kommt, den du unbedingt mal live hören wolltest. Ich denke, ist doch alles nicht so wild und das schlechte Gewissen versteckt sich in der hinteren Schublade bei den stinkenden Socken. Doch dann! Bang! Eine Nachricht, ein Foto oder auch einfach ein Nichts. Dann stehe ich wieder bei Null, muss neue Fragen stellen und neue Antworten finden, ein neues Gerüst bauen. Bis es wieder einbricht. Wie lange geht denn dieses Spiel noch weiter?

Unnütz7

Fakt 7 stellt die thailändische Polizei als albern hin. Wenn die Polizisten zu spät kommen oder falsch parken, müssen sie als Strafe einen Tag lang ein rosa „Hello Kitty“-Armband tragn.

In Thailand war ich noch nie, mit Polizisten hatte ich auch noch nicht so viel zutun, aber ich kenne „Hello Kitty“.
Der „Hello Kitty“-Erfinder muss sich ja wohl schon dumm und dämlich verdient haben. Bei H&M gibt’s kaum eine Kinderklamotte ohne das Kätzchen zu kaufen und sogar in meiner Heimatstadt gibt ein Geschäft ausschließlich für „Hello Kitty“-Artikel. Dort lernte ich, dass Hello Kitty auch Freunde hat, deren Merchandiseartikel konnte man dort auch erstehen. Neben den H&M Kindern entdecke ich die Katzen auch des öfteren in meiner Szene oder auch bei ganz normalen Mädchen und Frauen zwischen 12 und 38. Die kleine Katze ist scheinbar szeneübergreifend, mein Respekt gehört dem Erfinder.
Ja, auch ich habe ein „Hello Kity“-Unterhose. Wir Mädchen sind eben alle gleich.

Mittwoch, 10. September 2008

Unnütz6

Fakt 6 ist ja süß. Es scheint eine Papst-Biografie für Kinder zu geben. Diese wird aus Sicht seiner Katze erzählt.

Schon wieder ein Tier. Diesmal also ne Katze. Ich mag Katzen nicht. Die Abneigung habe ich sicher von meiner Mutter geerbt.
Als sie meinen Vater kennenlernte, hatten er und seine Familie einen Kater. Er war klug genug, Mäuse auf der Straße zu jagen, er war auch klug genug, sie nicht zu essen. Nachdem er sie stolz vor die Haustür gelegt hat, war es meine Oma, die die sterblichen Überreste entsorgen musste.
Wenn meine zukünftige Mutter damals mit meinem zukünftigen Vater tanzen ging, durfte sie bei ihm übernachten. Natürlich nicht in seinem Zimmer, so war das damals. Sie bekam das Sofa im Wohnzimmer zugewiesen. Ich erinnere mich noch, das Wohnzimmer hatte zwei Türen. Die Geschichte besagt nun, dass der Kater Türklingen öffnen konnte und es war ihm wohl eine Freude, dies meiner Mutter zu zeigen. Getrieben von ihrer Angst musste sie nun immer zwischen den beiden Türen hin und her rennen und diese zuhalten, weil der Kater das selbe Spielchen auf der anderen Seite spielte, nur dass er die Türen öffnen wollte.
Mir sind Katzen suspekt, sie sehen so aus, als könnten sie dir jeden Moment mit ihren Krallen einen drüber hauen. Aber Emily S. und ihre Katzen mag ich trotzdem, die sind ja nicht echt.

Dienstag, 9. September 2008

Unnütz5

Fakt5 vermittelt kurz und präzise, das Dieter Bohlen Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei war.

Ich bin weder geschichtlich, noch politische gut bewandert. Mit der Kommunistischen Partei kenn ich mich nicht so aus. Die Helden meiner Kindheit waren jedoch Kommunisten und Antifaschisten.
In unseren Schulbüchern gab es Geschichten über Ernst Thälmann zu lesen, den wir, wie die Kinder zu seiner Zeit auch, Teddy nannten. Neulich bin ich auf dem Prenzlauer Berg an einem Denkmal vorbei gelaufen, dass Ernst Thälmann ehrt. Sehr imposant und es weckte Erinnerungen in mir. Eine andere Kommunistenerinnerung verbinde ich mit Wilhelm Pieck. Ich war mit meiner Familie irgendwo im Urlaub in der Zone und ich bekam ein Buch geschenkt. Es war rot und hatte den Namen „Du kannst Wilhelm zu mir sagen“.
Die Menschen, die Großes für andere Menschen getan haben, sich eingesetzt haben, die fand ich schon immer irgendwie besser als einen Typ aus dem Westen mit blonden langen Haaren, der mit einer Stimme, die weh tut, auf einer Gitarre mit Keyboardtasten rumdrückt.

Montag, 8. September 2008

Unnütz4

Fakt4 behauptet, die Fackel die 1956 vor den Olympischen Spielen durch Sydney getragen wurde war ein Fake. Ein verkleideter Student ist mit einer aus Stuhlbein und brennender Unterhose selbstgebastelten Fackel von der Polizei für echt gehalten wurden. Unglaublich.

Sport. Ich treibe keinen Sport. Ich bin untrainiert, fett und werde bald schlimme Rückenprobleme bekommen. Mein innerer Schweinehund sitzt einfach zu gerne auf der Couch.
Für meinen Lümmelcharakter gebe ich einfach meinen Eltern die Schuld. Sie haben mich nie dazu motiviert, Sport zu treiben. Im Gegenteil, sie haben mir dies sogar ausgeredet. Ich wollte gern zum Schwimmtraining. Sie wollten das nicht. Ich liebte es, mit meinem Klappfahrrad durch den Stadtpark zu heizen. Ich war sogar schneller als Daniel und manch anderer. Ich wollte Radrennfahrerin werden. Meine Eltern wollten das nicht.
Ok, ich war zweimal beim Judotraining. Wahrscheinlich wussten meine Eltern nichts davon. In der ersten Trainingstunde haben wir eine Rolle nach der anderen gemacht. Aber in Stunde zwei ging’s uns schon richtig an den Kragen. Meine Freundin schnappte mich, warf mich, wahrscheinlich über ihre Hüfte, in meiner Erinnerung ist es die Schulter, die Welt drehte sich, ich landete böse auf dem Rücken und verlor für gefühlte fünf Minuten meine Stimme.
Mein Verhältnis zum Sport ist also irgendwie sprachlos.

Sonntag, 7. September 2008

Unnütz3

Fakt3 macht deutlich, dass „Free-Tibet“-Fahnen in einer günstigen Weberei in China produziert werden.

Ich war bisher weder in Tibet noch in China. Meine Schwester hat es aber schon mal nach an beide Reiseziele geschafft. Sie tourte mit einer Freundin und einer Lehrer-im-Ruhestand-Reisegruppe herum. Die chinesische Mauer haben sie aber leider nicht besucht. Als sie auf Reisen ging, habe ich mir einen Buddha als Mitbringsel gewünscht. Einen der dicken Sorte. Eigentlich sind die Buddhas in China groß und schlank, aber für die Touris werden auch die dicken Exemplare vertrieben. Meiner ist toll, gemütlich und zufrieden. Er steht nun auf meinem Kommode im Wohnzimmer und oft streichele ich seinen Bauch, weil das Glück bringt und meine Gäste streicheln den Bauch auch. So viel Glück.
Unseren Eltern hat meine Schwester tibetische Gebetsfahnen mitgebracht, die sie nach den Vorstellungen meiner Schwester im Garten verewigen sollten. Aufgehangt verbreiten sie Mantras in die Welt.
Unsere Eltern sind aber weniger spirituell eingestellt und so wehen in ihren Garten nach wie vor keine Mantras, sondern der Duft von Grillfleisch und ein Gartenzwerg träumt von seiner ersten Reise.

Samstag, 6. September 2008

Hellschwarzer Freitag

So eine Nacht hatte ich schon lange nicht mehr. Ich lungerte in einer Disse und erwartete nervös die Dinge, die da kommen. Ich konnte gar nicht so viel trinken, um für einen anderen Zustand offen zu sein.
Nachdem ich ähnlich wie auf der Flucht den einen Floor verließ, als ich ihn sah, war ich später doch bereit. Deswegen war ich hier. Ich klopfte ihm von hintern auf die Schulter (ein Deja vu) und beobachtete mich dabei, wie es mir geht, wie es mir dabei geht, mit dem gefallenen Superhelden zu sprechen. Und alles war cool, wir waren cool. Ich hatte nur das Gefühl, ich konnte gar nicht damit aufhören, ihn anzufassen, zu umarmen, so groß war meine Erleichterung. Ich kann ihn endlich wieder anschauen, mit ihm reden, ihn berühren, ohne dass ich heulen will, knutschen will, schlagen will, sterben will.
Und sonst, im normalen Leben, jenseits der Tanzflächen, wurde ich von einem lieben, straighten Menschen zurechtgewiesen, nicht in ein Spiel der Masken zu verfallen, alte, zu erwarten geglaubte Verhaltensmuster zu überdenken und das Herz einen Spalt zu öffnen. Ich denke, ich werde es versuchen.

Unnütz2

Fakt 2 behauptet, dass Lieblingsgericht des SPD-Kurt Beck sei „Schnüffel“ – in einer Suppe schwimmende Schweinenasen.

Ihh, es gibt Leute, die Essen gerne Suppe, in der Schweinenasen schwimmen. Das ist ja widerlich. Aber uns allen steht ein Lieblingsgericht zu. Meins ist Klitzscher. Klitzscher ist der erzgebirgische Name für Reibekuchen oder ganz einfach Kartoffelpuffer. Die aus der Tiefkühlkiste zählen aber nicht. Sie müssen schon selbstgemacht sein. Am besten von Papa. Der hat von Oma gelernt. Und ich hoffe, eines Tages, wird er mich in die Küche bestellen und sagen „Kind, es ist Zeit, das du in ein Geheimnis eingeführt wirst. Sieh und lerne!“. Und dann reiben wir gemeinsam Kartoffeln, quetschen die Masse aus, schütten diverse Kleinigkeiten in die Pampe und braten, bis wir nur so stinken. Mit Apfelmus ein Gedicht, vergehen sie leicht auf der Zunge und lassen das Geschmackszentrum nach MEHR schreien. Mmm, Hunger!

Freitag, 5. September 2008

Unnütz1

Wir kennen ja wohl alle diese Zeitschrift, die jeden Monat in einer neuen Farbe auf uns am Kiosk wartet. Ich kaufe die Neon nur noch selten, weil ich finde, die Themen wiederholen sich und weil es noch genug andere Dinge zu lesen gibt. Aber beim letzten Aufräumen habe ich dieses kleine Heft gefunden, was es zu einer Ausgabe dazu gab und in dem 200 Fakten skurriles, unnützes Wissen verbreitet werden.
Um mein Gehirn zu wecken, möchte ich nun ein Ritual erwecken. Jeden Tag ein unnützer Fakt und dann fünf Minuten spontanes Tippen, was mir dazu einfällt, einfach so. Mal sehen, ob aus dieser morgendlichen Idee wirklich ein Ritual wird…

Unnütz1
Im Fakt 1 geht es darum, dass Anfang 2008 ein Song in Neuseeland Nummer eins war, der in einer nur für Hunde hörbaren Frequenz aufgenommen wurde – „A very silent night“.

Prinzipiell kann ich Hunde überhaupt nicht leiden. Angst hab ich vielleicht nicht wirklich mehr, aber ich kann sie nicht leiden. Sie sind unberechenbar, tropfen Speichel aus dem Maul und stinken. Wenn mir einer draußen über den Weg läuft wechsele ich nicht mehr die Straßenseite, aber das war früher mal anders. Ich kann mich noch gut an eine Szene aus meiner Kindheit erinnern. Ich müsste so sechs, sieben gewesen sein. Mit meinem besten Freund Daniel, den ich immer zum Küssen zwang, war ich unterwegs, als sich meine Wege mit denen eines schwarzen Pudels kreuzten. Damals hatte ich noch keine Ahnung von Mephisto und der Sache um des Pudels Kern, das Tier war mir trotzdem unheimlich. Ich rannte los. Der Pudel mir nach. Das war gar nicht lustig. Ich rannte um mein Leben. Da ich schon als Kind nicht gerade die Schlankste war, standen meine Aussichten auf einen Sieg nicht gut. Ich weiß auch gar nicht mehr, wohin ich gerannt bin. Ich kann mich nur noch an das Rennen erinnern, der schwarze Pudel hinter mir her. Aber ich lebe ja noch. Ungebissen!

Einsilbige Meinung

Sie rufen immer mal wieder an, die Leute vom Meinungsforschungsinstitut. Sie tun mir dann immer leid, die Leute vom Meinungsforschungsinstitut. Und dann schenke ich ihnen ein bisschen meiner Zeit und meine Antworten auf ihre Fragen, damit sie ein wenig glücklicher sind, die Leute vom Meinungsforschungsinstitut.
Vor einer Weile haben sie mir Comedians vorgespielt, die Shows auf deutschen Radiosendern haben, und ich sollte sie bewerten. Ich fand sie alle Scheiße. Wahrscheinlich bin ich jetzt unter „missmutige Testperson Ende zwanzig ohne Humor“ abgespeichert.
Diesmal wurde ich gelangweilt gefragt, ob ich nicht ein paar Fragen zu meinem Konsumverhalten beantworten möchte. Ich dachte mir, kann ja nicht lange dauern, schließlich schätze ich mich ja nicht als großer Konsumfreund ein, und das behauptete die Umfragenstimme auch. In den folgenden zwanzig Minuten stand ich dann mit knappen „Nee“s und „Mmm“s der Wissenschaft zur Verfügung. Dauert nicht lange? Was solls. Ich habe immer Mitleid mit den Sklaven im Meinungsforschungtelefoninstitut. Ihre leeren Stimmen erinnern mich immer an meinen eigenen Call Center-Job und das Geknechtetsein.
Mein Konsumverhalten schien ein weites Feld. Banken, Zeitschriften, Reiseveranstalter, Fernsehsender, Schokoriegel, den Rest hab ich vergessen. Irgendwann hab ich nicht mehr zugehört, nur noch „Nee“ und „Mmm“ gesagt, wenn eine Pause entstand, um diese zu füllen. Ich kannte keine der Banken, nach denen ich befragt wurde, hingegen waren mir alle Schokoriegel geläufig. Ich hatte keinen von ihnen momentan zu Hause, konnte mir aber sehr wohl vorstellen, dieses Produkt zu Hause zu haben. Wozu die Umfrage eigentlich gut war, ging mir als ehemaliger Psychologie- und Soziologiestudentin im Nebenfach nicht auf. Aber die Sache mit den Fernsehsendern hatte einen fahlen Beigeschmack. Ich hab doch nicht gezahlt…

Donnerstag, 4. September 2008

...etwas später...

Mein zweiter Vornahme sollte "Inkonsequenz" heißen.
Ich kann ja nicht immer diesem merkwürdig schmeckenden Erdbeerwodka die Schuld an allem geben.
Ich bin eben einfach schwach. Oder verwirrt vom auf der Suche sein? Oder zu alt zum jung sein? Oder bescheuert? Oder neugierig?
Oder einfach ich?

Nicht gut aufgelegt

Unsere Anrufbeantworter erzählten sich, dass wir beide, der Dunkle Prinz und ich, uns heute Abend ja treffen könnten. „Heute Abend legt eine Freundin von mir in einer Bar auf. Da können wir doch zusammen hingehen.“ Erst Überlegen, dann Ausreden. „Aber du kannst ja danach, also später, noch bei mir vorbeikommen.“ „Mal sehen. Vielleicht.“
Nein, das werde ich nicht tun. Ich will nicht eine Bumse des Bumsens wegen sein. Ich will vorher noch Ausgehen. Warum sag ich das dann nicht, sondern ärger mich?

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